Wie wir, von der Tuntenballorganisation, vor kurzem erfahren mussten gab es im Kontext des 4. Freiburger Tuntenballs in der Nacht vom 09. auf den 10. April 2016 einen homofeindlichen Übergriff in der Freiburger Innenstadt.

Ein Gast, der auf dem Weg war zu 4. Freiburger Tuntenball, wurde am frühen Morgen des 10. April 2016 von drei unbekannten Personen attackiert. Die betroffene Person war gegen 5.00 Uhr auf dem Weg zum Freiburger Tuntenball und wurde nahe der Schiffstrasse bei der Schwarzwaldcity in der Freiburger Innenstadt von drei Personen angegriffen. Die betroffene Person war mit dem Fahrrad und im DRAG-Outfit unterwegs (sehr weiblich geschminkt, mit Perücke und auffälliger Damenkleidung) und wurde von drei unbekannten Personen angehalten, die ihn auf den Tuntenball angesprochen haben bzw. ob er auf dem Weg dorthin sei. Das letzte woran er sich erinnern kann ist dass er die Frage nach dem Tuntenball mit „ja“ beantwortete. Als er wieder zu sich kam lag er blutüberströmt auf dem Boden. Gegen 6.00 Uhr wurde er im Krankenhaus behandelt. Durch den Übergriff wurden ihm eine Platzwunde über dem Auge und eine unter dem Auge zugefügt, weshalb er Tage brauchte um wieder richtig sehen zu können. Eine Platzwunde am Kinn musste genäht werden, ein Backenzahn war gebrochen. Die Kopfverletzungen wurden als extrem starke Gehirnerschütterung diagnostiziert. Weitere Schürfwunden gab es an Hand, Rücken und Knie, was wohl durch das Fallen auf den Boden verursacht wurde. Die Arztdiagnosen legen Schläge und Tritte nahe.
Die betroffene Person meldete den Übergriff zwei Tage später der Polizei und erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Die Aufklärungschance bezüglich dieses gewalttätigen Übergriffs sei wohl sehr gering, da aufgrund der Gehirnerschütterung nur Silhouetten der Täter beschrieben werden konnten und es auch sonst keine Zeugen gab.
Wir von der Tuntenballorganisation verurteilen diesen Übergriff aufs Schärfste. Der Tuntenball soll ein Schutzraum für alle Personen der LSBTTIQA-Gemeinschaft sein und darüber hinaus offen für alle Menschen die respektvoll und ausgelassen miteinander feiern wollen. Wir können zwar den Schutzraum der Veranstaltung gewährleisten, den Weg dorthin können wir leider nicht sichern… Umsomehr sind wir wütend und traurig darüber, dass sich Menschen die in ihrem Verhalten oder ihrer äußeren Erscheinung nicht der Heteronorm entsprechen sich offensichtlich nicht gefahrlos in Freiburg bewegen können.
Trotz dieses gewaltsamen Überfalls fordern wir alle Menschen auf sich frei zu bewegen. Seid wachsam und helft einander. Homo- und Transfeindliche Übergriffe können wir nicht verhindern, aber wir können durch unsere Solidarität Einsamkeit verhindern, wir können und müssen einander helfen. Schaut nicht weg und macht immer wieder klar, dass Homo- und Transfeindlichkeit in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Organisation des Freiburger Tuntenballs 2016